„Wie sonst ließe sich die Erregung erklären, die er auf seinem Gang durch die Räume des Museums verspürt, so weit entfernt von der Hauptstadt, wohl wissend, dass dieses hier nur ein kleines Provinzmuseum ist, ohne irgendwelche Meisterwerke, es sei denn das der Liebe, mit der die Objekte zusammengetragen und ausgestellt sind.“
José Saramago, Die portugiesische Reise
Dieser Garten lässt einen nicht mehr los. Bis in die Träume verfolgt er einen. Fast zwei Wochen ist man achtlos an ihm vorbeigefahren. Jedes Mal mit anderen Zielen im Kopf: Manrique, Saramago, Vulkane, La Geria, das Meer. Dann, am vorletzten Abend, macht man sich im verschlafenen Teguise zu Fuß auf den Weg und steht unerwartet und überrascht vor der Casa Museo Mara Mao. Damit hat man nicht gerechnet. Über eine niedrige Mauer, die den Garten eines einfachen Hauses umgibt, blickt man hinein in eine zugleich sorgsam arrangiert und ungeordnet anmutende Ansammlung von Skulpturen und Puppen. Dicht gedrängt stehen und sitzen sie da, die teils lebensgroßen Figuren von Menschen und Tieren, dem Betrachter zugewandt, ihn nicht aus den Augen lassend. Man glaubt zu schauen und wird in Wahrheit doch auch angeschaut. Wer betrachtet wen? Wer lacht über wen? „ Was ich nachts träumte, versuchte ich tagsüber umzusetzen “, hat der Schöpfer José García Martín über seine traumhaft-fantastische Menagerie sagt. Aber träumt er nicht auch unsere Träume und Ängste in seinem Museo Mara Mao?
Weitere Informationen: Museo Mara Mao
