Museo Mara Mao

“Wie sonst ließe sich die Erregung erklären, die er auf seinem Gang durch die Räume des Museums verspürt, so weit entfernt von der Hauptstadt, wohl wissend, dass dieses hier nur ein kleines Provinzmuseum ist, ohne irgendwelche Meisterwerke, es sei denn das der Liebe, mit der die Objekte zusammengetragen und ausgestellt sind.”
José Saramago, Die portugiesische Reise

 

Lanzarote, Museo Mara Mao (2016)

Dieser Garten lässt einen nicht mehr los. Bis in die Träume verfolgt er einen. Fast zwei Wochen ist man achtlos an ihm vorbeigefahren. Jedes Mal mit anderen Zielen im Kopf: Manrique, Saramago, Vulkane, La Geria, das Meer. Dann am vorletzten Abend, vielleicht hat man sich im verschlafenen Teguise das erste Mal etwas gelangweilt, macht man sich zu Fuß auf den Weg. Man kommt um eine Ecke und steht unerwartet vor diesem Garten. Damit hat man nicht gerechnet. Man steht vor der halbhohen Mauer, die den Garten des einfachen Hauses umgibt. Und man blickt hinein in diese Ansammlung von Figuren, Puppen und Skulpturen, die, man täusche sich nicht, so sorgsam arrangiert ist. Da stehen sie: dicht gedrängt, dem Betrachter zugewandt, ihn nicht aus den Augen lassend. Und da steht man selbst. Man glaubt zu schauen und wird in Wahrheit doch angeschaut. Wer betrachtet wen? Wer lacht über wen? Wessen Träume träumt Manuel Perdomo Ramírez in seinem Museo Mara Mao auf Lanzarote?