Portugal

Jede Reise hat einen Anfang und ein Ende. Unsere Reise beginnt und endet in einem kleinen Küstenort, wenige Kilometer nördlich von Porto.

Vila Chã: Eher aus praktischen Gründen verbringen wir hier die ersten beiden Tage. Unseren kleinen Camper haben wir am Stadtrand von Porto entgegengenommen und wir wollen nicht gleich weiter fahren. Am zweiten Tag kommen wir in der kleinen Strandbar des Ortes mit einem alten Portugiesen ins Gespräch, der mehrere Jahre in Hamburg gearbeitet hat. Warum wollt Ihr denn überhaupt weiter fahren – dies keine Frage, sondern eher eine Aufforderung hier zu bleiben. Das ist doch nur Arbeit und hier ist der schönste Ort in Portugal. Wir sind etwas amüsiert und fahren am nächsten Morgen weiter.

Portugal, Vila Chã (2018)Über Viana do Castelo und Guimarães geht es in den nächten zwei Wochen in einem Bogen über den Parque Nacional Peneda-Gerês und an Porto vorbei Richtung Süden, Richtung Lissabon. Auf unserer Strecke sehen wir Aveiro, Coimbra, Conimbriga, Peniche, die wunderbaren Strände bei Foz da Arelho, Ericeira und Guincho und Mafra mit seinem Palácio Nacional. Und dann: das alt-ehrwürdig lebendige Lissabon.

Den letzten Abend und die letzte Nacht finden wir uns wieder in Vila Chã, wo wir wir mit Glück das letzte Plätzchen auf dem örtlichen Campingplatz ergattern. Zufall nicht genug, empfiehlt man uns zum Abendessen ein Fischrestaurant am Ort, das Restaurante Caravela. Im Erdgeschoss eine Taverne. Im Fernsehen läuft Fußball. Porto und Chaves werden sich an diesem Abend 1:1 trennen. An den kleinen Tischchen sind sämtliche Stühle in Richtung Fernsehgerät gedreht. Man kennt sich. Hier ist man nicht Gast, sondern Freund unter Freunden. Und direkt gegenüber dem Fernsehgerät ein großformatiges Portrait des Portugiesen, den wir am zweiten Tag keinen Steinwurf entfernt am Strand kennen gelernt haben. Es sind seine Kneipe und sein Restaurant.

Das Essen im Restaurant, das mittlerweile von seiner Tochter geführt wird, es ist fantastisch. Später am Abend, nach einem Stromausfall im Lokal, der die Gäste für Sekunden in der freudigen Erwartung verharren lässt, wie es jetzt wohl weitergeht, und nachdem wir auf einer zusammengefalteten Papiertischdecke eine Nachricht an den Hausherren hinterlassen haben, fragt uns seine Tochter, wo wir ihren Vater denn kennen gelernt haben. Auf unser “Am Strand” winkt sie verständnisvoll ab, als hätte sie mit keiner anderen Antwort gerechnet: Wo denn sonst, da sitzt er jeden Tag und schaut auf’s Meer. Am schönsten Ort in Portugal.

Mehr Bilder zu Portugals Farben hier.